Erbrechtspraxis aus der Sicht des Rechtsanwalts

Tipps und Tricks für den Erbrechtsfall

Erbrechtliche Beratungen in München können verschiedene Formen annehmen. Wenn man als Anwalt eine Erstberatung durchführt, weiß man oft nicht, welches rechtliche Anliegen an einen herangetragen wird.

Oftmals geht es präventiv um die Testamentsgestaltung, oft aber auch um die konkrete Auseinandersetzung der Erbmasse nach dem Todesfall. Jede dieser Beratungssituationen hat ihren eigenen Reiz und ihre eigenen Tücken.

Egal, ob es um es über die lebzeitige Übertragung des Familieneigenheims oder um komplizierte Unternehmensnachfolgen geht, oft sind es erbschaftssteuerliche Fragestellungen, die in der Praxis Schwierigkeiten aufwerfen. Oft ist es dementsprechend von Vorteil, wenn der anwaltliche Berater neben einer Spezialisierung im Erbrecht auch eine steuerrechtliche Schwerpunktsetzung hat, wie das beispielsweise die Kanzlei von Braunbehrens in München aufweist.

Was passiert im Erbfall?

Der Gesetzgeber hat sich für ein zweigeteiltes Regelungsregime im Bürgerlichen Gesetzbuch entschieden:

  • Das gesetzliche Erbrecht, was immer dann greift, wenn keine vorrangige individuelle Regelung greift
  • Testament und Erbvertrag, um abweichende individuelle Regelungen des Erblasser umsetzen zu können

Trifft der Erblasser keine explizite Regel greift als Auffangtatbestand die gesetzliche Erbfolge ein. Oft entspricht dies jedoch nicht gerade dem Willen des Erblassers und sekundär auch dem Willen der Erben. Es lohnt sich demnach oft eine eigene Regelung zu treffen! Da das Erbrecht jedoch eine hochkomplexe Spezialmaterie ist, sollte hier auf jeden Fall ein Erbrechtsanwalt konsultiert werden, um die großen und unzähligen Fehlerquellen zu vermeiden.

Was kann noch im Testament geregelt werden?

Man kann neben den normalen Erbeinsetzungen auch diverse Zusatzregelungen treffen. So kann man den Erben für die Verwaltung einen Testamentsvollstrecker zuordnen und diese damit beschränken. Zudem kann man Vermächtnisse anordnen, um beispielsweise gewisse Vermögensgegenstände oder Aktienpakete auf bestimmte Dritte zu übertragen.

Auch kann man die Verteilung der verschiedenen Gegenstände unter den Erben regeln.

Aber Achtung: Für die erbrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten gelten Formvorschriften, welche eingehalten werden müssen. So muss das Testament beispielsweise eigenhändig errichtet werden und von dem Erblasse unter Angabe des Orts und des Datums eigenhändig unterzeichnet werden.

Für gemeinschaftliche Testamente zwischen Ehegatten gelten dagegen gewisse Formerleichterungen, so dass dort nur einer der Ehegatten das Testament verfassen kann und der andere diese Regelungen dann durch eine Mitunterzeichnung anerkennt. An verschiedenen Stellen regelt der Gesetzgeber übrigens auch die zwingende Mitwirkung eines deutschen Notars- so zum Beispiel bei der Errichtung eines Erbvertrages.

Wann ist der beste Zeitpunkt zur Regelung der Erbfolge?

Ein großer Irrglaube in der Münchner Gesellschaft ist es immer noch, dass eine erbrechtliche Regelung so weit wie möglich nach hinten verschoben wird, weil das Thema Tot und Versterben nach wie vor tabuisiert ist. Oftmals verpasst man aber hier rechtzeitig bei klarem Verstand die Regel zu treffen, die man auch wirklich treffen wollte. Zudem kann in Deutschland nach den einschlägigen erbschaftssteuerlichen Regelungen alle zehn Jahre unter Ausnutzung der jeweiligen Freibeträge große Vermögen auf die Nachfolgegeneration übertragen werden.

Hier kann man sich buchstäblich Millionen an Steuergeldern sparen, indem man den Zustand zu Lebzeiten herbeiführt, der ja nach dem Tod sowieso eintreten soll. Man kann bereits zu Lebzeiten beobachten wie viel Freude die Nachfolgegeneration an den Erbschaftsgegenständen hat. Und auch bei der Übertragung eines Münchner Unternehmens kann der Unternehmensnachfolger Schritt für Schritt an die Aufgaben im Betrieb herangeführt werden, ohne dass dies im Erbfall überstürzt geschehen muss.

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